Ausstellung


Schirmherrschaft und Unterstützung

Schon bald nach dem die Idee zur Ausstellung DER ANDERE BLICK geboren war, fanden sich namhafte Unterstützer und Befürworter.

Für die Schirmherrschaft konnte der langjährige Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft, S.E. Walter Kardinal Brandmüller, gewonnen werden.

Für seine umfassende und wertvolle wissenschaftliche Beratung, die zur erfolgreichen Umsetzung der Ausstellung massgeblich beigetragen hat, bedanken wir uns bei Prof. Dr. Arnold Nesselrath.

Der Publizist und TV-Produzent Ingo Langner agiert als Kurator der Ausstellung. Ihm ist auch die Zusammensetzung des Ehrenkomitees zu verdanken, dem S.E. Kurt Kardinal Koch, Prof. Gabriela von Habsburg, Prof. Dr. Horst Bredekamp und Peter Limbourg angehören.

Zur Deutschlandpremiere von Michelangelo – DER ANDERE BLICK am 16. Juni 2016 in Köln, durften wir den Apostolischen Nuntius in Deutschland – Seine Exzellenz Erzbischof Dr. Nikola Eterović – begrüßen, dem wir besonders für sein Geleitwort zu unserer Ausstellung danken.

 

Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle

Welch monumentale Leistung! Betrachten wir Michelangelos Schöpfungsgeschichte unter der Gewölbedecke der Sixtinischen Kapelle, so erscheinen die Fresken in einer gewissen Leichtigkeit. Unvorstellbar die Herausforderung, vor die Michelangelo im Jahre 1508 gestellt wurde, als Papst Julius II. ihm den Auftrag erteilte, die bis dahin mit einem schlichten Sternenhimmel verzierte 520 m2 große Fläche neu zu gestalten. Ein Fülle scheinbar unlösbarer Probleme müssen sich dem Künstler in den Weg gestellt haben.

Wie kann es gelingen, in 22 Meter Höhe über Kopf zu arbeiten und dennoch Werke zu schaffen, die dem Betrachter am Boden als vollkommen erscheinen mögen?

Auf welche Art kann ein Gerüst konstruiert werden, das nicht schädigend in die Gebäudesubstanz eingreift?

Wie muss der Untergrund beschaffen sein, um eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Deckenputz und der darauf aufgebrachten Farbe zu ermöglichen?

Möglicherweise kamen dem jungen Michelangelo seine bisher gesammelten Erfahrungen als Bildhauer zugute, um einige dieser Probleme derart meisterhaft zu lösen. Gewiss jedoch hatte er großartige Visionen und die unglaubliche Gabe, diese in die Tat umzusetzen. Besonders hervorzuheben ist die von ihm angewandte Technik des perspektivischen Malens. Geradezu plastisch wirken seine Figuren, bei denen jede Proportion lebensnah anmutet. Durch die besondere Tiefe der Bilder wirken die Fresken aus beinahe jedem Blickwinkel dreidimensional.

Als revolutionär dürfte seinerzeit die Darstellung Gottes gegolten haben, den Michelangelo in geradezu menschlicher Gestalt abbildete. Galt doch bis dahin die Darstellung Gottes gemäß dem Alten Testament als verboten, so darf man wohl meinen, dass der Künstler die ihm übertragene Gestaltungsfreiheit nutzte, um seinen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung beizutragen, die mit der Renaissance eingeleitet wurde.

Die Ausstellung DER ANDERE BLICK erlaubt den Besuchern, Michelangelos Fresken besonders Nahe zu kommen und deren außerordentliche Wirkung in einer Weise zu erfahren, wie sie bei einem Besuch in der Sixtinischen Kapelle niemals möglich sein wird. Darüber hinaus erlebt der Besucher in unserer Ausstellung die im 15. Jahrhundert in der Sixtina entstandenen Quattrocento Fresken.

Mit DER ANDERE BLICK wird erstmals eine Gesamtausstellung der Fresken der Sixtinischen Kapelle außerhalb der Mauern des Vatikan ermöglicht. Die annähernd original großen Reproduktionen auf Stoffbahnen, ermöglichen eine Wiedergabe der Bilder, die der Haptik der echten Gemälde gerecht werden.